An dieser Stelle möchten wir Sie als Honigkunden, aber auch die interessierten Imker (insbesondere die „Jungimker“), regelmäßig über aktuelle Themen informieren:
Das
Jahr 2010: volle Honigtöpfe
Ein altes „Imker-Sprichwort“ lautet:
"Kein Jahr gleicht dem anderen".
Das Jahr 2010 war aus Sicht der Imkerei ein sehr gutes Jahr mit viel Honig und sehr schönen Honigsorten.
Das Frühjahr 2010
Nach der Auswinterung entwickelten sich die Bienenvölker schon im April sehr gut. Bei extrem warmen Wetter begann dann auch schon die Kirschblüte, direkt darauf blühten die zahlreichen Rapsfelder goldgelb auf und wir konnten den Völkern bereits die Honigraumwaben geben. Allerdings setzte im Mai eine längere kühle Wetterphase ein, bei der unsere Bienen nur selten ausfliegen konnten. Die wenigen warmen Tage in der dritten Mai-Dekade reichten jedoch aus, um wieder eine gute Ernte aus Obstblüte, Löwenzahn sowie Raps schleudern zu können.. Allerdings ergab die Rapsblüte nur eine relativ geringe Ernte.
Ende Mai konnten wir den reifen Honig unseren Bienenvölkern entnehmen.
In dieser Zeit konnten wir aus den sehr starken Völkern auch bereits Brutwaben und Bienen als Ableger entnehmen (siehe unten). Die geringfügige Schwächung der Wirtschaftsvölker hatte den Vorteil, dass die meisten Völker nicht in Schwarmstimmung kamen. Dennoch gabe es einige Schwärme, die im Juni bereits selbst Honig brachten.
Der Sommer 2010
War das ein Bienensommer !
Voraussetzungen für eine guter Honigernte sind neben stark entwickelten Bienenvölkern auch eine ausreichende Feuchtigkeit im Boden sowie warme sonnige Tage, damit die Pflanzen ausreichend Nektar bilden können. Und das stimmte 2010 in idealer Weise.
Bienenstände in tief gelegenen Lagen brachten goldgelben Sommerblütenhonig. Und in den höheren Lagen honigte wieder einmal der Wald. Vermutlich waren es die Fichten, die unseren Bienen wieder eine gute Honigtautracht bescherten.
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Volle Honigwaben gab es im Sommer 2010 wieder reichlich! |
Die Einwinterung
Ende Juli ist erfahrungsgemäß die Tracht zu Ende - so war es auch in diesem Jahr. Nach der abschließenden Honigernte müssen die Völker über ausreichende Vorräte verfügen. Manche Völker haben auf ihren Brutwaben dann noch 10 kg Honig, den wir natürlich nicht entnehmen. Die für die Überwinterung notwendige Futtermenge (ca. 20 kg) ergänzen wir im August mit einem Bio-Futtersirup, den die Bienen dann als Nahrung während der ersten Winterhälfte verbrauchen.
Wichtig für eine erfolgreiche Einwinterung ist die Bekämpfung der Varroa-Milbe. Dieser Parasit ist gegen organische Säuren empfindlich. Im August/September ist dabei die Ameisensäure (60%ig oder 85%ig) das bewährte Mittel - sie hinterlässt keine Rückstände in Bienenwachs und im Honig und wirkt auch auf Milben, die sich in den verdeckelten Wabenzellen auf der Brut gerade entwickeln. Später ab Mitte November erfolgt die zweite Varroa-Behandlung mit einer Oxalsäurelösung. Auch diese Form der Behandlung ist biologisch unbedenklich, aber dennoch gut wirksam.
Nach der Einwinterung hoffen wir natürlich, dass die Bienenvölker die kalte Jahreszeit gut überstehen werden, dass es keine nennenswerte Verluste geben wird. Sollten dennoch Bienenstöcke den Winter nicht überleben, haben wir ja noch eine Anzahl Ableger als Reserve!
Was ist ein Ableger ?
Bevor die Bienenvölker im Mai/Juni zu ihrer maximalen Stärke heranwachsen, werden jedem Volk zwei bis drei Brutwaben mit ansitzenden Bienen entnommen. In einer neuen Beute kommt dieser Ableger gut mit Futter versorgt an einen neuen Standort - zunächst ohne eine Königin. Erst nach 9-10 Tagen werden die auf den Brutwaben gepflegten "wilden" Königinnenzellen entfernt und danach eine schlupfreife "Edelzelle" zugegeben. Sie stammt von einem guten nachzuchtwürdigen Volk. Nach dem Schlupf der Jungkönigin vergehen gewöhnlich noch einmal 10 Tage bis sie mit der Eiablage beginnt. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um den Ableger gegen die Varroa-Milbe zu behandeln. Als Bio-Imker darf man hierzu nur unbedenkliche Mittel verwenden, die keinerlei Rückstände im Honig oder im Bienenwachs hinterlassen ! Wir verwenden bevorzugt eine Oxalsäure-Zuckerlösung (1x 20 ml pro Ableger reichen aus). Ableger müssen danach regelmäßig mit etwas Futterhonig versorgt werden. Sie wachsen bis zum Spätsommer zu einer Volksstärke heran, mit der sie problemlos den Winter überstehen können. Ableger sind im folgenden Jahr den Wirtschaftsvölkern häufig sogar überlegen, weil sie eine junge Königin sowie einen frischen Wabenbau haben.
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Frühjahr 2011
Unsere Bienen haben den kalten Dezember und Januar gut überstanden und mit den länger werdenden Tagen haben die Königinnen bereits ihr erstes kleines Brutnest angelegt.
In der dritten März-Dekade beginnen die Salweiden mit der Blüte und dieser Termin ist der eigentliche Startschuss für die Entwicklung der Bienenvölker. Drei Wochen später könnten bereits die ersten Völker in "Schwarmstimmung" kommen, doch dies gilt es durch rechtzeitige Erweiterung zu verhindern.
Der April 2011 war für unsere Bienen ein wahrer Wonnemonat. Fast nur Sonnenschein bei ungwöhnlich hohen Temperaturen ließen die Honigaufsätze schnell mit herrlichem Kirschblütenhonig voll werden.
Bei anhaltenden Trockenheit konnte der Raps nur wenig Ertrag bringen, aber insgesamt war die Frühtracht bemerkenswert gut.
Mai und Juni 2011
Die Tracht geht weiter, die Völker sind in Sammelstimmung - was will man mehr !
In den nahen Säulingswald verbrachte Völker haben die Honigwaben aus Himbeere und beginnender Waldttracht gut gefüllt, der in den nächsten Tagen geerntet werden kann.
Die Bienen haben Honigtau von Rotbuchen und Fichten gesammelt, dazu der leicht säuerliche Nektar von den Himbeeren. Es wird sicher ein Honig mit interessantem vollem Geschmack werden.
Wenn Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen haben, so teilen Sie dies in unserem Gästebuch mit. Wir antworten Ihnen gerne !
Ihre
Christa Siebold